Der Bürgermeister informiert

yinyangNormalerweise versuche ich an dieser Stelle immer die positiven Seiten in der Gemeindepolitik und dem gesellschaftlichen Leben um uns rum anzusprechen, aber irgendwie ist mir in den letzten Tagen mein Ying und Yang abhandengekommen. Sie wissen schon, dieses asiatische Dingsbums, welches dafür sorgt, das innere Gleichgewicht zwischen Gut und Böse zu behalten. Deshalb fange ich mal ausgesprochen böse an. Denn während ich nur mein seelisches Gleichgewicht verbummelt habe, scheinen anderswo einige ganz ordentlich einen vermöhlt zu haben.

Da gibt es z.B. unseren schönen Kreis Ludwigslust und Parchim mit seinen Kreistagsabgeordneten, die tatsächlich vorhatten, die Kreisumlage, die bereits bei 39,9% lag, noch weiter zu erhöhen. Die Kreisumlage ist im Finanzausgleichgesetz §25 beschrieben, da heißt es gleich im 1. Absatz „Soweit die sonstigen Erträge und Einzahlungen eines Landkreises seinen Bedarf nicht decken, ist eine Umlage von den kreisangehörigen Gemeinden zu erheben (Kreisumlage).“ Ich frage mich und die Kreistagsabgeordneten, wie es soweit kommen kann, dass eine Gemeinde bummelig 40% der zur Verfügung stehenden Mittel an den Kreis abgeben soll, wo doch die Menschen, für die das Geld bestimmt ist, keineswegs im abstrakten Verwaltungsapparat eines Kreises, sondern in den Straßen unserer Gemeinden wohnen? Der Kreis sollte sich auf seine Kernaufgaben beschränken und ist nicht Selbstzweck, also schraubt eure Ansprüche mal ein bisschen runter!
Auch einigen Parteien in unserem Landtag scheint es nicht ganz gut zu gehen. Zugegeben gibt es in unseren Gemeindevertretungen einige Vertreter, die Parteien angehören, die man durchaus kritisch betrachten kann und muss. Aber die Zustimmung zu einem an sich guten Antrag einer solchen Partei, wie vor Kurzem in der Gemeindevertretung Waren passiert, als „Tabubruch“ oder gar „Skandal“ zu bezeichnen und noch dazu zu behaupten, ihr könntet die Gemeindevertreter, die eure Parteien dort in Fraktionen vertreten „zurückpfeifen“, ist nicht nur äußerst frech, sondern tritt die Demokratie und das Recht der Gemeinden auf kommunale Selbstverwaltung mit Füßen. Schließlich ist jeder Gemeindevertreter demokratisch gewählt worden. Das man Populismus und Demagogie nicht mit Ignoranz und Isolation bekämpfen kann, sollte den ehemalig großen Volksparteien doch eigentlich klar sein.
Weil ich gerade beim Landtag bin, im Dezember wurde dort die Umsetzung des Teilhabegesetztes beschlossen. Auch, dass die Kreise für die Umsetzung zuständig sein sollen. Die Regelungen im Gesetz sind absolut mitzutragen, hätte mich nicht jemand, der davon betroffen ist danach gefragt, wüsste ich allerdings nichts davon. Irgendwo gibt es da auch eine Informationspflicht gegenüber den Gemeinden. Das könnte man doch bedeutend besser hinbekommen, oder?
Genug über Politik geschrieben aber ich bin immer noch etwas aufgeregt. Ich kann durchaus nachvollziehen, dass Arbeitnehmer für die Verbesserung ihrer Lebensumstände streiken, dass ist ihr gutes Recht und auch ich profitiere von Abschlüssen, die durch die Aktionen von Verdi errungen werden. Aber muss es denn sein, dass der Schulbusverkehr lahmgelegt wird? Der Streik wäre doch auch wirksam gewesen, wenn man den ausgeklammert hätte. Das geht nicht nur an die Gewerkschaft Verdi, sondern auch direkt an die Busfahrer. Ihr habt damit einige Eltern ganz schön in die Klemme gebracht. Vielleicht regt ihr bei eurer nächsten Gewerkschaftsversammlung einfach mal an, dass solche Arbeitskämpfe nicht auf dem Rücken derer ausgetragen werden, die nun wirklich nichts dafürkönnen. Oder ihr streikt freitags und die Kinder nehmen dann in der Zeit an Aktionen der Bewegung „friday for future“ teil. Da hätten dann alle was davon.

muellUnd Schwupps bin ich bei der Umwelt! Und immer noch ist mein seelisches Gleichgewicht nicht aufgetaucht. Ich könnte in die Luft gehen, wenn ich mir die Bilder anschaue, die mir eine aufmerksame Einwohnerin geschickt hat. Da liegt am Dabeler See an verschiedenen Stellen haufenweise Müll. Und da geht es nicht um eine weggeworfene Brauseflasche oder Bonbonpapier, obwohl das natürlich auch nicht in Ordnung ist. Aber da haben tatsächlich Leute ihren Müll vom blauen Sack bis zum Fernsehgerät entsorgt. Ich habe für vieles Verständnis, manchmal sogar für die unsinnigsten Dinge, aber da hört´s dann bei mir auf. Natürlich werde ich der Sache mit allen mir zur Verfügung stehenden Mittel nachgehen. Um es keinem anderen zumuten zu müssen, bin ich mir auch nicht zu fein, jedes Stück Unrat selbst zu untersuchen. Es gibt auch bereits einige Indizien, die auf die Verursacher hinweisen, erhärten die sich, könnte der nächste Urlaub für die Verursacher wegen der Höhe des Bußgeldes unter Umständen ausfallen. Und es ist nicht nur das, denn jedes Entsorgen von diesem Müll kostet nicht wenig Geld, dass wir doch lieber in andere Projekte stecken sollten, oder?

So und jetzt gerade habe ich doch tatsächlich mein Ying und Yang wiedergefunden. Es lag im Kühlschrank neben dem frischen Rinderhack aus heimischer Produktion, aus dem ich mir einen richtig schönen Burger gemacht habe. Da wird aus dem Bürgermeister glatt ein Burgermeister.

 

Quatschen mit dem Burgermeister

Nein, kein Fehler in der Überschrift! Ich habe lange überlegt, wie ich mein Versprechen die belange der Jugendlichen unserer Gemeinde zu berücksichtigen, angehe. Und da ich ja nun schon mal meisterlich Burger braten geübt habe, werde ich mich mit den jungen Leuten unserer Gemeinde an irgendeinem Sonnabend im April, der genaue Termin folgt, zum Burgerbraten treffen und sie als Burgermeister in Gespräche verwickeln. Also mit ihnen quatschen. So hieß es jedenfalls, als ich noch jünger war und sich die Leute direkt gegenüberstanden und miteinander geredet haben. Den Burger gibt der Burgerbürgermeister natürlich aus!

 

Kitas, Hort und Schule

grundschule startMiteinander reden war auch das Kernanliegen der letzten Sozialausschusssitzung im Dabeler Feuerwehrgerätehaus. Ämter, Träger, Leiter und Mitarbeiter der Kitas, Eltern und auch ich waren der Einladung des Vorsitzenden dieses Ausschusses gefolgt. So viele Gäste, es waren ca. 50, würde ich mir bei jeder Sitzung unserer Gemeindevertretung wünschen. Mir persönlich hat das ausgesprochen gut gefallen. Ich glaube sowas nennt man Streitkultur, wenn man sich eben nicht gegenseitig an die Gurgel geht oder gar beleidigend wird, sondern jeder die Möglichkeit hat, seine Argumente zu äußern und auch vernünftig wahrgenommen wird. Leidenschaft und Emotionen sind dann auch kein störender Faktor, sondern unterstreichen einfach nur die Wichtigkeit dieses Themas. Die gesamte Problematik hier zu erläutern würde zu weit führen, es sei nur gesagt, dass in der Sitzung die verschiedensten Möglichkeiten der Organisation des Hortes in unserer Gemeinde diskutiert wurden. Dabei wurde aber auch festgestellt, dass der Wunsch nach der Einrichtung eines zentral gelegenen Hortes, z.B. in der Schule, kurzfristig nicht umzusetzen ist. Wichtig ist den Eltern, wenn ein zentraler Hort erst mal nicht zu verwirklichen ist, vor allem ein sicherer Weg der Schulkinder zum Hort. Dies spielt vor allem bei den Kindern eine Rolle, die ihren Hortplatz in der Kita Kunterbunt in der Straße der DSF habe. Dort ist eine Landesstraße zu überqueren, da der Schulbus an der Bushaltestelle in der J.-R-Becher-Straße hält. Zwischenlösung ist derzeit die Abholung vom Bus durch eine Erzieherin. Inzwischen wurde bereits Kontakt mit dem zuständigen Busunternehmen aufgenommen. Die Gemeinde hat mit der Beräumung der Wendeschleife die technischen Voraussetzungen geschaffen, damit wieder ein Bus bis vor die Kita fahren kann. Falls diese Lösung nicht greift, gibt es sowohl vom Träger der Kita, dem ASB, als auch vom Besitzer der Immobilie, Bestrebungen einen eigenen Fahrdienst einzurichten. Auch diese Bestrebungen wird die Gemeinde natürlich unterstützen. Aus der Sitzung gingen auch ein paar Aufträge für die Gemeindevertretung hervor. Wir werden z.B. prüfen, ob bauliche Maßnahmen an der Schule möglich sind, um einen fehlenden Raum von ca. 70 m² für die Hortbetreuung sicherzustellen.
Wie wichtig das Thema Schule ist, zeigte sich auch in der Anwesenheit eines Vertreters der Gemeindevertretung aus der Gemeinde Hohen Pritz und dem Bürgermeister der Gemeinde Borkow. Wie auch uns, ist die Grundschule in Dabel ein wichtiger Aspekt für unsere Nachbargemeinden. Beide Gemeinden haben nicht nur in diesem Punkt ihre Bereitschaft zur engen Zusammenarbeit und Unterstützung angezeigt. Als ersten Schritt werden wir drei Bürgermeister uns kurzfristig zusammensetzten, um die Felder der Zusammenarbeit abzustecken.
Eins möchte ich hier unbedingt noch loswerden. Sowohl unsere beiden Kindertagesstätten als auch unsere Schule leisten hervorragende Arbeit. Im Vergleichstest der 3. Klassen (VERA3) erreicht z.B. unsere Grundschule regelmäßig Leistungen im ersten Drittel. Von den Leistungen der Kitas konnte ich mich bereits selbst überzeugen. Zudem wurde mir dies auch vom verantwortlichen Fachbereich des Kreises bestätigt. Und dieses hohe Niveau ist nicht ein Ergebnis von günstigen Umständen, sondern eindeutig dem riesigen Engagement unserer Lehrer und Erzieher in den jeweiligen Einrichtungen. Hier schon mal ein großes Dankeschön von mir! Ich werde dieses Dankeschön garantiert noch mit ein paar geeigneten Maßnahmen untermauern.

 

Und nochmal Umwelt

muellbehaelterBestimmt haben ihn einige bemerkt, den Abfallbehälter, der sich ängstlich an die Straßenlaterne in der Stichstraße am Herrenweg 6 klammert. Ich habe ihn dort anbringen lassen, um zu prüfen, ob er bei Wind und Wetter seinen Job macht. Und regelmäßig trete ich bei verschiedenen Temperaturen auf ihn ein. Nicht um mein Ying und Yang wiederzubekommen, sondern um zu prüfen, ob das Teil Schund ist oder wirklich öffentlichkeitstauglich. Ich habe ihm versprochen, dass ich der einzige sein werde der so böse zu ihm ist und wenn er den Test bestanden hat, einen Ehrenplatz bekommt. Sofern sich dieser Behälter als würdig erweist, werde ich in der nächsten Gemeindevertretersitzung den Antrag stellen, mehr seinesgleichen in der Gemeinde aufzustellen, um so unsere Straßen und Wege von allerlei Unrat oder Hundekot freizuhalten. Ich hoffe, dass sich dann auch alle von meinem Versprechen inspirieren lassen und keinem dieser Abfallbehälter was Böses antun wird.

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